Internationale WG: ein Chat, in dem alle in ihrer Sprache lesen
Putzplan, WG-Kasse, Mülltrennung, Vermieter: So organisiert ihr eine WG mit vier Sprachen – mit Piou-Gruppe, übersetzten Umfragen und klaren Regeln.
Ja: Eine WG, in der vier Sprachen gesprochen werden, lässt sich in einer einzigen Gruppe organisieren, in der alle in ihrer eigenen Sprache schreiben und die anderen in ihrer eigenen Sprache lesen. In Piou sind Chats, Gruppen und Umfragen kostenlos; die automatische Übersetzung ist die Premium-Option für alle, die sie brauchen. Was eine WG aber wirklich zusammenhält, sind klare Regeln, kurze Nachrichten und ein paar Gewohnheiten, die keine Übersetzung ersetzt. Dieser Text richtet sich an WGs in Deutschland, die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner aus dem Ausland aufnehmen.
Eine WG, vier Sprachen, eine Gruppe
In deine WG in Leipzig sind drei neue Leute eingezogen: Mateo aus Buenos Aires, Yuki aus Osaka und Amira aus Kairo. Alle sprechen ein bisschen Englisch, aber niemand gut genug, um über den Putzplan zu diskutieren. Bisher lief der WG-Chat auf Deutsch und gebrochenem Englisch: Yuki antwortete kaum, Mateo schickte lange Sprachnachrichten auf Spanisch, und Wichtiges ging unter.
Die Einrichtung dauert zehn Minuten am Küchentisch:
- Alle installieren Piou und wählen ihre Sprache unter Einstellungen → Sprache & Übersetzung.
- Du erstellst die Gruppe „WG Südvorstadt“ und fügst die anderen per QR-Code oder Einladungslink hinzu.
- Wer Premium nimmt, lädt die eigenen Sprachen einmalig über das WG-WLAN herunter.
Danach schreiben alle so, wie sie denken. Wer Premium hat, liest alles in der eigenen Sprache, mit dem Hinweis „Übersetzt“ und der Option „Original anzeigen“. Wer bei der kostenlosen Version bleibt, sieht die Nachrichten so, wie sie geschrieben wurden; einmal am Tag schlägt ein Hinweis vor, Premium zu testen. Es müssen nicht alle zahlen: Mateo liest schon ganz gut Deutsch, Yuki dagegen braucht die Übersetzung. Premium kostet in Deutschland 4,90 € im Monat oder 39 € im Jahr, der genaue Preis wird vor dem Abschluss angezeigt. Für „7 Tage kostenlos testen“ wird eine Karte hinterlegt: Sieben Tage lang wird nichts abgebucht, danach startet das Abo automatisch, sofern es nicht vor Ende der Testphase gekündigt wird.
Putzplan und Regeln: kurz, schriftlich, angepinnt
Missverständnisse in der WG entstehen selten durch die Sprache selbst, sondern durch das, was jede Person für selbstverständlich hält. „Die Küche sauber halten“ bedeutet nicht für alle dasselbe, „Geschirr am selben Abend spülen“ schon. Schreibt die Regeln in eine einzige Nachricht, eine Regel pro Zeile, mit Zahlen statt vager Wörter, und pinnt sie in der Gruppe an:
- Putzplan: Küche, Bad und Flur wechseln jeden Montag.
- Ruhe ab 22 Uhr unter der Woche, am Wochenende ab Mitternacht.
- Übernachtungsgäste: am Vortag in der Gruppe Bescheid sagen.
- WG-Kasse: 10 € pro Person im Monat für Spülmittel, Klopapier und Salz.
Yuki liest die erste Zeile auf Japanisch, etwa 「掃除当番:キッチン、浴室、廊下は毎週月曜日に交代」. Das klappt, weil die Zeile kurz ist und nichts unausgesprochen lässt.
Die Mülltrennung verdient eine eigene Nachricht, denn Begriffe wie „Gelber Sack“ oder „Pfand“ kommen in der Übersetzung oft wörtlich oder gar nicht an. Erklärt sie in Worten statt mit einem Foto vom Aufkleber an der Tonne, denn Piou übersetzt den Text von Nachrichten, nicht den Text auf Bildern: „Gelbe Tonne: nur Verpackungen. Blaue Tonne: Papier. Braune Tonne: Essensreste. Pfandflaschen bringen wir in den Supermarkt zurück.“
Umfragen: Putzen, Einkauf, WG-Abende
Umfragen erstellt ihr in Gruppen kostenlos, und Premium übersetzt Frage und Antworten. So entscheidet ihr ohne endlose Diskussion:
- „Putzplan Oktober: Welche Woche übernimmst du das Bad?“ mit „Woche 1“, „Woche 2“, „Woche 3“, „Woche 4“.
- „Gemeinsamer Einkauf: Bleiben wir bei 15 € pro Person und Woche?“ mit „Ja“, „Nein“, „Lass uns reden“.
- „WG-Abend am Samstag?“ mit „Bin dabei“, „Diesmal nicht“.
Eine Frage pro Umfrage, kurze Antworten und eine Frist in der Frage („Antwort bis Donnerstag“): Das lässt sich am besten übersetzen.
Geld: Zahlen schreiben, nicht raten
Piou hat keine Funktion zum Aufteilen von Ausgaben, und meistens reicht eine klare Nachricht. Zu Monatsbeginn postet die Person, die die Rechnungen zahlt, eine Übersicht und pinnt sie an:
„Strom September: 84 € → 21 € pro Person. Internet: 30 € → 7,50 € pro Person. Bitte bis zum 5. an mich überweisen.“
Alle bestätigen mit einer Reaktion, sobald sie überwiesen haben. Zwei Vorsichtsmaßnahmen: Ein Foto der Rechnung wird nicht übersetzt, also tippt die Beträge in die Nachricht. Und vor dem Bezahlen lohnt ein Blick auf „Original anzeigen“: Ein falsch verstandener Betrag oder ein falsches Datum kostet mehr als ein holpriger Satz.
Vermieter, Hausverwaltung und Nachbarn
Damit ihr mit dem Vermieter in Piou schreiben könnt, müsste er die App installieren, und darauf hat er vielleicht keine Lust. Realistisch ist: Du führst das Gespräch mit ihm und fasst das Wichtigste in der Gruppe zusammen, wo alle es in ihrer Sprache lesen.
Für Mietvertrag, Übergabeprotokoll, Kaution oder die Nebenkostenabrechnung reicht maschinelle Übersetzung nicht. Alle sollten verstehen, was sie unterschreiben: Holt eine menschliche Übersetzung oder Hilfe von einer fachkundigen Person ein, und informiert euch bei offiziellen Stellen über die Regeln, die gelten. Auch die Hausordnung fasst du am besten in ein paar Zeilen zusammen, statt ein Foto davon zu schicken.
Für kurzlebige Infos, etwa den Code eines Schlüsselsafes, öffnest du eine eigene Unterhaltung und aktivierst selbstlöschende Nachrichten: 24 Stunden, 7 Tage oder 90 Tage, eingestellt für diese Unterhaltung.
Und wenn der Hausmeister die Heizung reparieren kommt und nur Yuki zu Hause ist, hilft der Modus „Gegenüber“: Ein einziges Telefon, zwischen beide gelegt, erkennt, wer spricht, zeigt die Übersetzung an und liest sie vor. Die andere Person braucht die App nicht, und mit heruntergeladenen Sprachen klappt das auch ohne Netz.
Was die Übersetzung nicht regelt
- Ironie. „Danke, dass das Geschirr seit drei Tagen in der Spüle steht. Wirklich.“ wird Wort für Wort übersetzt: Je nachdem, wer es liest, klingt das nach echtem Dank oder nach Angriff. Sagt die Dinge direkt, aber freundlich.
- Abtönungspartikeln. In „Kannst du mal eben den Müll rausbringen?“ machen „mal“ und „eben“ die Bitte weich. In der Übersetzung gehen sie oft verloren, und übrig bleibt etwas, das wie ein Befehl klingt. Ein „bitte“ hilft.
- Slang, Abkürzungen, Dialekt. „vllt“, „kp“ oder ein sächsisches „Nu“ kommen schlecht an. Auch Arabisch übersetzt Piou als Hocharabisch: Schreibt Amira im ägyptischen Dialekt, kann der Text falsch verstanden werden. Dasselbe gilt für Tippfehler und Nachrichten, die Sprachen mischen.
- Konflikte. Lärm, Putzen, Geld: Das klärt ihr persönlich, nicht mit einer Nachrichtenflut in der Gruppe.
Häufige Fragen
Brauchen alle in der WG Premium?
Nein. Die Übersetzung ist persönlich: Sie braucht nur, wer Nachrichten in der eigenen Sprache lesen möchte. Chats, Gruppen und Umfragen sind für alle kostenlos.
Kann Piou die WG-Kasse abrechnen?
Nein, Piou hat keine Funktion zum Aufteilen von Ausgaben. Schreibt die Beträge als Zahlen in eine Nachricht, pinnt die Monatsübersicht an und bestätigt jede Zahlung mit einer Reaktion.
Muss der Vermieter Piou installieren?
Um mit ihm in Piou zu schreiben, ja: Beide brauchen die App. Für Mietvertrag und Übergabeprotokoll solltet ihr euch nicht auf maschinelle Übersetzung verlassen, sondern eine menschliche Übersetzung einholen.